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Nachfolgebörsen

Nachfolgebörsen: was ein Inserat wirklich bringt

Die IHK-Nachfolgebörse und nexxt-change sind dieselbe Plattform. Die Kammern betreiben keine eigene Börse, sie sind Regionalpartner von nexxt-change – betrieben vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz, nach Angaben der Plattform kostenlos, vertraulich und anonym. Bei der DUB inserieren Verkäufer nach dem aktuellen Preismodell ebenfalls kostenlos. Ein Inserat kostet Sie also fast nirgends Geld – es kostet Zeit. Und es tut eine Sache nicht: den Käufer für Sie finden.

Diese Seite erklärt, wer hinter den Börsen steht, wie ein Inserat dort tatsächlich veröffentlicht wird und wann dieser Weg für Ihren Betrieb der richtige ist. Auch dann, wenn er es ist.

In eigener Sache, damit Sie das Folgende richtig einordnen: Wir sind kein neutraler Vergleichsdienst. Wir kaufen selbst Betriebe in Berlin und Brandenburg und sind damit eine der Möglichkeiten, die hier verglichen werden. Deshalb stehen unten nur Angaben, die die Betreiber selbst veröffentlichen – nachlesbar an der Quelle, verlinkt am Ende der Seite.

Die wichtigste Klarstellung zuerst

Viele Inhaber glauben, sie hätten die Wahl zwischen der Börse ihrer IHK und nexxt-change, und überlegen, wo sie zuerst inserieren. Diese Wahl gibt es nicht. Die Kammern betreiben keine eigenen Nachfolgebörsen – sie sind Regionalpartner von nexxt-change. Was Ihnen die IHK als „ihre“ Nachfolgebörse zeigt, ist derselbe Datenbestand, in den auch Handwerkskammern, Sparkassen, Banken und Verbände einstellen.

Das hat eine praktische Folge, die kaum jemand kennt: Sie veröffentlichen Ihr Inserat nicht selbst. Sie erfassen es, und der für Ihren Betriebssitz zuständige Regionalpartner prüft und schaltet frei – bei gewerblichen Betrieben meist die örtliche IHK, im Handwerk die Handwerkskammer. Jedes Inserat läuft unter einer Chiffre, Ihr Name steht also nicht darin. Nach Angaben der Kammern steht es anschließend zwölf Monate online.

Wer diesen Zwischenschritt kennt, plant richtig: Zwischen „ich habe das Formular ausgefüllt“ und „mein Angebot ist sichtbar“ liegt eine Freigabe durch einen Dritten, nicht ein Klick.

Die Wege im Vergleich

Verglichen wird hier nur, was nachprüfbar ist: Wer betreibt die Plattform, wer zahlt was, wie kommt ein Angebot online. Welcher Weg der richtige ist, hängt an Ihrer Betriebsgröße und daran, wie viel Zeit Sie einsetzen wollen – nicht daran, welcher Anbieter der bessere wäre.

WegWer betreibt esWas Sie zahlenPasst bei
nexxt-change
zugleich die Börse von IHK, HWK, Sparkassen und Verbänden
Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz; Freigabe über rund 430 Regionalpartner nichts – nach Angaben der Plattform kostenlos, vertraulich und anonym; Ihre Zeit für Anfragen und Verhandlung allen, als Ergänzung: Es kostet kein Geld, nur Aufwand
DUB – Deutsche Unternehmerbörse
kommerzielle Plattform
privatwirtschaftlicher Betreiber als Verkäufer nach aktuellem Preismodell nichts; Zusatzleistungen optional. Erfolgsvergütung trägt die Käuferseite: 2 % des Transaktionsvolumens, mindestens 10.000 € Betrieben, die zusätzliche Reichweite außerhalb des Kammernetzes suchen
Direktverkauf an einen Käufer
Es sucht niemand mehr – der Käufer steht schon
der Käufer selbst, ohne Plattform dazwischen keine Provision, kein Inserat, keine Veröffentlichung; Steuerberater und Vertragsanwalt bleiben kleinen und mittleren Betrieben, besonders bei Zeitdruck oder wenn nichts öffentlich werden soll

Die vollständige Gegenüberstellung mit M&A-Berater und Betriebsaufgabe steht auf der Übersicht zum Unternehmensverkauf.

Was ein Inserat leistet – und was nicht

Eine Börse ist ein schwarzes Brett, keine Vermittlung. Dieser eine Satz erklärt fast alles, was Inhaber an dem Weg später überrascht.

Was sie leistet: Ihr Angebot wird für Menschen sichtbar, die gezielt nach einem Betrieb suchen – und zwar bundesweit, dauerhaft und ohne dass Sie Ihren Namen preisgeben. Für einen Betrieb, den außerhalb der eigenen Region niemand kennt, ist das eine Reichweite, die Sie sich sonst nicht kaufen können. Kostenlos.

Was sie nicht leistet: Sie sucht nicht aktiv. Niemand ruft Ihre Wunschkäufer an, niemand prüft, ob ein Interessent zahlen kann, niemand bereitet Ihre Zahlen auf, und niemand verhandelt für Sie. All das bleibt bei Ihnen – und der Aufwand fällt an, bevor klar ist, ob überhaupt jemand ernsthaft interessiert ist.

Rechnen Sie deshalb mit drei Dingen, die in jedem ehrlichen Erfahrungsbericht auftauchen:

  1. Die Suche dauert. Der langsame Teil eines Verkaufs ist nie die Abwicklung, sondern das Finden. Über eine Börse rechnet man realistisch in Monaten bis Jahren, nicht in Wochen.
  2. Es kommen unpassende Anfragen. Berater, die Mandate suchen, Interessenten ohne Finanzierung, Neugierige aus der Branche. Das Sortieren ist Ihre Arbeit, und sie beginnt sofort.
  3. Anonym ist nicht gleich unerkennbar. Die Chiffre schützt Ihren Namen. Branche plus Landkreis plus Mitarbeiterzahl plus Gründungsjahr identifiziert einen Betrieb in einer überschaubaren Region trotzdem – und Ihre Wettbewerber lesen dort mit.

Wann die Börse für Sie der richtige Weg ist

Häufiger, als es uns nützt. Ein kostenloses Inserat ist in fast jeder Lage vertretbar, und in diesen Fällen ist es sogar der beste erste Schritt:

  1. Sie haben Zeit. Wenn der Ausstieg erst in zwei, drei Jahren ansteht, ist die Börse der günstigste Weg, den Markt zu testen, ohne sich zu binden.
  2. Ihr Betrieb ist überdurchschnittlich attraktiv. Gute Zahlen, geringe Inhaberabhängigkeit, eigene Immobilie: Dann arbeitet Reichweite für Sie, weil mehrere Interessenten den Preis machen.
  3. Sie wollen wissen, was der Markt sagt. Ein zweiter Interessent verbessert Ihre Position gegenüber jedem Käufer – auch gegenüber uns. Das ist kein Argument gegen ein Gespräch mit uns, sondern eines für ein besseres.

Und wann eher nicht: wenn es schnell gehen muss, wenn nichts öffentlich werden darf, wenn der Betrieb stark am Inhaber hängt oder wenn Sie die Monate an Sortier- und Verhandlungsarbeit schlicht nicht aufbringen wollen. Dann führt der Weg über einen Käufer, der bereits feststeht.

Wo wir in diesem Bild stehen

Wir sind kein Portal und kein Vermittler, sondern die dritte Zeile in der Tabelle: Wir kaufen selbst. Es gibt bei uns kein Inserat, keine Chiffre, keine Freigabe durch einen Dritten und keine Provision – und nichts wird veröffentlicht. Sie rufen an, wir unterschreiben auf Wunsch eine Verschwiegenheitserklärung, bevor Sie das erste Detail nennen, und danach reden zwei Seiten miteinander statt über eine Plattform.

Das ist nicht in jedem Fall der bessere Weg, und wir sagen es Ihnen, wenn er es nicht ist. Für Betriebe ab etwa fünfzig Mitarbeitern, außerhalb von Berlin und Brandenburg oder mit einem Profil, das breite Konkurrenz unter Käufern verspricht, ist die Börse oder ein Berater die vernünftigere Wahl. Ein Telefonat, das mit einer ehrlichen Absage endet, ist uns lieber als eines, das nach drei Monaten daran scheitert.

Quellen, geprüft am 11.08.2026: nexxt-change.org (Betreiber, Kosten, Anonymität) · IHK Berlin zur Nachfolgebörse (Regionalpartner, Freigabe, Laufzeit) · DUB-Preismodell (Konditionen). Angaben der Betreiber können sich ändern – im Zweifel dort nachsehen.

Häufige Fragen zu Nachfolgebörsen

Ist die IHK-Nachfolgebörse dasselbe wie nexxt-change?

In aller Regel ja – und das ist die wichtigste Klarstellung auf dieser Seite. Die Industrie- und Handelskammern betreiben keine eigene Börse, sondern sind Regionalpartner von nexxt-change. Wenn Sie bei Ihrer IHK nach der Nachfolgebörse fragen, landen Sie auf derselben Plattform, auf der auch die Handwerkskammern, Sparkassen und Verbände ihre Inserate einstellen. Sie vergleichen also nicht zwei Angebote, sondern einen Zugang zu einem Angebot. Das spart Ihnen die Überlegung, wo Sie zuerst inserieren sollten.

Was kostet ein Inserat bei nexxt-change?

Nichts. nexxt-change wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz betrieben und ist nach Angaben der Plattform kostenlos, vertraulich und anonym nutzbar. Es gibt kein Erfolgshonorar und keine Provision. Was Sie einsetzen, ist Zeit: Anfragen sichten, Ernsthaftigkeit einschätzen, Unterlagen zusammenstellen, verhandeln. Diese Arbeit nimmt Ihnen die Börse nicht ab, denn sie ist ein schwarzes Brett und keine Vermittlung.

Wie kommt mein Inserat online, und wie lange steht es dort?

Sie erfassen Ihr Angebot selbst, veröffentlicht wird es aber nicht von Ihnen: Der für Ihren Betriebssitz zuständige Regionalpartner – bei den meisten gewerblichen Betrieben die örtliche IHK, im Handwerk die Handwerkskammer – prüft und schaltet es frei. Jedes Inserat bekommt eine Chiffre, Ihr Name steht also nicht darin. Nach Angaben der Kammern steht ein Inserat anschließend zwölf Monate online und kann jederzeit angepasst werden.

Bleibt mein Betrieb wirklich anonym?

Auf dem Papier ja, in der Praxis kommt es auf Ihre Formulierung an. Die Chiffre schützt Ihren Namen, aber ein Inserat, das Branche, Landkreis, Mitarbeiterzahl und Gründungsjahr nennt, ist in einer überschaubaren Region schnell zuzuordnen – Ihre Wettbewerber lesen dort mit, und mancher Mitarbeiter auch. Wer das vermeiden will, hält die Angaben bewusst grob oder wählt einen Weg, bei dem überhaupt nichts veröffentlicht wird.

Was kostet die DUB, und wer zahlt dort?

Die Deutsche Unternehmerbörse hat ihr Modell umgestellt: Verkäufer und Berater inserieren nach dem aktuellen Preismodell kostenlos, Zusatzleistungen wie Top-Platzierungen oder Reichweitenpakete sind optional buchbar. Die Erfolgsvergütung trägt die Käuferseite – laut Preismodell 2 % des Transaktionsvolumens, mindestens 10.000 €, und nur dann, wenn der Abschluss über die DUB zustande kam. Für Sie als Verkäufer entsteht daraus keine Rechnung. Wissen sollten Sie es trotzdem, denn ein Käufer, der diese Kosten trägt, kalkuliert sie irgendwo ein.

Soll ich inserieren, obwohl ich schon einen Käufer im Gespräch habe?

Das schließt sich nicht aus, und ein kostenloses Inserat ist selten ein Fehler. Sinnvoll ist es vor allem, wenn Sie wissen wollen, ob es noch andere Interessenten gibt – ein zweiter Interessent verbessert Ihre Verhandlungsposition mehr als jedes Argument. Wogegen Sie sich entscheiden sollten, ist die Kombination aus Inserat und unterschriebener Exklusivität bei einem Käufer: Dann werben Sie um Interessenten, die Sie vertraglich gar nicht mehr bedienen dürfen.

Erst reden, dann inserieren – oder beides

Ein kostenloses Inserat schadet Ihnen nicht. Bevor Sie Monate in das Sortieren von Anfragen stecken, kostet ein Telefonat mit uns eine halbe Stunde: Wir sagen Ihnen, ob Ihr Betrieb für uns in Frage kommt – und wenn nicht, worauf Sie bei Ihrem Inserat achten sollten.

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